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Maulwurf

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 22:53

V*ter und M*tter ehren.....angesichtst und trotz der Vergangenheit?!?

Diese Frage ist für mich grade mal wieder ein großes Thema und ich dachte ich stell das hier mal zur Diskussion rein.

2. Mose 20 Vers 12
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt." (Einheitsübersetzung)

Wie seht ihr das? Was bedeutet für euch die Aufforderung Gottes an dieser Stelle? Das einzige Gebot, dass im übrigen mit einer Verheißung verknüpft ist, soweit ich weiß. (.....auf dass du lange lebst, in dem Land, dass der Herr, dein Gott, dir gibt)



Spontan kommt mir immer der Satz einer Seelsorgerin in den Sinn: V. und M. zu ehren heißt, sie zu sehen, wie sie wirklich sind.

Aber was heißt das konkret??


Mauli
Mitten im Winter habe ich schließlich gelernt, daß es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.
(Albert Camus)

Hold_on

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Freitag, 6. Januar 2012, 13:10


Oh je, das ist echt eine schwere Frage.

Ich versuche mir immer Infos zu holen, wie es denn früher Brauch war!? Das hilft Einem manchmal die Sachlage anders zu verstehen.

Wenn ich da von mir ausgehen müßte, würde ich da schon mal verfehlen! Ich kann Keinen der Beiden ehren, für das, was sie getan haben! Ehren heißt ja auch die Vorbildfunktion zu ehren und das könnte ich nicht!

Und wenn ich sie sehen müßte, wie sie wirklich sind, dann würde ich zwei Monster sehen müssen.

Denke ich.
In der Fähigkeit, einen edlen Wunsch intensiv und heiß zu nähren, liegt etwas wie Erfüllung.
Marie von Ebner-Eschenbach


Maulwurf

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Freitag, 6. Januar 2012, 13:58

Ich glaube eben, dass es auch nicht heißt, ich soll die für das ehren, was sie getan haben. Absolut null!! Ich meine Gott weiß auch was Eltern an ihren Kindern "verbocken" können und das war früher nicht anders, als heute.

Und wenn es keine Vorbildfunktion gab, dann kannst du auch die nicht ehren. So tun als ob, wäre ja gelogen. Sicher auch nicht das, was Gott will.

Hm....zu sehen, dass da Monster statt Eltern waren......so schräg es klingt, wäre das nicht ehrlicher und damit "ehrender" als alles andere an dieser Stelle?
Klar gehört einiges dazu, sich das anschauen und eingesetehen zu können. Das geht nicht sofort (je nachdem wo man in der Aufarbeitung der Vergangenheit steht) und sollte auch keinen Druck ausüben. Aber ist ehrlich nicht letztlich besser, als sich was vorzumachen, auch in bezug auf dieses Gebot?

*weiterdenk*
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strubbel

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Freitag, 6. Januar 2012, 16:01

Huhu *mich auch mal zu wort meld*

Dieses Gebot ist auch für mich eins der Schwierigen - sowohl zu Zeiten meines aktiven Glaubens als auch jetzt, wo ich mich von (meiner damaligen) Kirche abgewendet habe und eigentlich nichts mehr damit zu tun haben möchte. Aber einholen tut es einen doch immer wieder. Also zumindest mich ...

Ich hatte mal ein Büchlein, wo die Bedeutung der Gebote erläutert war - aufgrund des Verständnisses der Kirchengemeinschaft, der ich angehörte. Leider (oder zum Glück ...) hab ich das nicht mehr. Wir mussten das damals sogar alles auswendig lernen ... Nun hab ich mal gegoogelt und das was ich fand, hat mich so erschreckt, dass ich das nicht wiedergeben möchte.

Aber mal vielleicht aus ganz anderer als der Glaubenssicht betrachtet:
Was bedeutet denn das Wort Ehre?
Unter http://www.wortbedeutung.info/Ehre/ findet man folgende Erläuterung:

Bedeutung:
innere Würde
Wertschätzung, Hochachtung, Achtungswürdigkeit

Synonyme:
Würde, Stolz, Ehrgefühl, Wertgefühl, Selbstgefühl, Ansehen
Jungfräulichkeit, Virginität

Wenn man danach geht, würde es bedeuten, man soll seine *ltern achten und wertschätzen. Ich kann jemanden doch aber nur achten und wertschätzen, wenn er etwas tut, das auch gut/postiv ist. Wenn also die *ltern jede Menge oder gar alles "verbockt" haben, dann ist da auch nichts, was ich wertschätzen kann *find* Ich könnte dann anfangen zu suchen und würde vllt etwas finden. Vllt haben sie mich ausreichend mit Nahrung, KIeidung versorgt, mir eine gute Schulbildung ermöglicht - eigentlich Dinge, die selbstverständlich sein sollten. Aber wenn ich nichts weiter sonst finde, mich aber an das Gebot halten möchte, dann muss ich sie eben dafür achten - was dann wohl eher in Form von Dankbarkeit geschehen könnte/würde.
Ich könnte auch, wie Hold_on es vorschlägt, nach Gründen suchen, versuchen mich in ihre Vergangenheit zu versetzen. Vielleicht würde es mir dann gelingen, so etwas wie Achtung empfinden zu können. Ich bin an dem Punkt gescheitert. Zwar habe ich es geschafft, ihr Verhalten ansatzweise zu verstehen, aber trotzdem bin ich der Meinung dass sie gerade deswegen anders hätten handeln müssen/können/sollen.

Ich finde es gar nicht einfach, mit diesem Gebot umzugehen. Gerade auch, weil dahinter für mich eine Dr*hung steckt. Wenn Du nicht ... tust, dann passiert ... Ich finde das passt nicht zu dem liebenden Gott, der er ja sein soll. Zumindest nicht, wenn ich es wortwörtlich nehme. Wenn ich dieses Gebot irgendwie mit einem liebenden Gott in Einklang bringen möchte, dann muss ich persönlich tatsächlich daran gehen und mir die Bedeutung des Wortes "ehren" verdeutlichen und dann versuchen mir klarzumachen, dass Gott das nicht allgemeingültig meinen kann, sondern auch da differenziert und durchaus respektiert, wenn es unter bestimmten Bedingungen eben gar nicht geht, seine *ltern zu ehren.

Hoffe, das war nucht zu verwirrt und durcheinander ... aber das Thema hat mich seit heut Früh nicht losgelssen und irgendwie hatte ich das Gefühl, etwas dazu schreiben zu müssen ... grad weil ich an diesem Gebot so oft festhänge und mir Vorwürfe mache, weil es einfach nicht geht ...

LG
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rebekka91

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Freitag, 6. Januar 2012, 16:32

ich glaub auch, dass das ein ziemlich schwieriges Thema ist.
Ich glaube schon, dass ehren heißt, letzendlich den Elt*rn das zu verzeihen, was sie getan haben, in dem Wissen, dass sie auch nur Menschen sind.
Aber ich glaube nicht, dass Gott das direkt von uns erwartet, dass wir ihnen verzeihen können, er weiß ja ganz genau, wie schwierig das ist. Aber vielleicht erwartet er, dass wir uns mit diesem Thema "ehren" auseinandersetzen und auf lange Sicht probieren, ihn da auch um Hilfe zu bitten und zu lernen zu vergeben.
Alleine schafft man das bestimmt nicht, aber vielleicht in Ansätzen mit Gottes Hilfe. Und wenn wir auf diesem Weg sind, fällt es uns vielleicht auch leichter, mit dem ganzen Thema abzuschließen. Also, dass das Gebot letztendlich vielleicht auch ein Weg aufzeigen kann, wie wir besser mit der Schuld die unsere Eltern auf sich geladen haben, umgehen können.
Das soll jetzt nicht so klinge, als ob ich da schon so weit wäre oder so. Es waren einfach nur ein paar Gedanken, die mir dazu eingefallen sind. Ich weiß auch noch nicht so richtig, ob diese jetzt wirklich meine Einstellung ist, aber vielleicht ist es ja mal ganz interessant das zu lesen. Und wenn es zu hart klingt, vergesst es bitte schnell wieder.

Und dann habe ich noch eine Stelle im Epheser6 gefunden:
1 Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So erwartet es der Herr von euch.
2 "Ehre deinen Vater und deine Mutter!" Dies ist das erste Gebot, das Gott mit einer Zusage verbunden hat:
3 "... damit es dir gut geht und du lange auf dieser Erde lebst."1
4 Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht ungerecht! Sonst fordert ihr sie nur zum Widerspruch heraus. Eure Erziehung soll sie vielmehr in Wort und Tat zu Gott, dem Herrn, hinführen.

Da find ich ganz interessant, dass in dem Zusammenhang die Eltern zu ehren auch noch eine Aufforderung an die Eltern, speziell den Vater, benannt wird.
Und wenn jetzt eine Aufforderung, entweder die an die Eltern (ihre Kinder nicht ungerecht zu behandeln), oder die an die Kinder (ihre Eltern zu ehren), nicht erfüllt wird, dann muss man die anderen Aufforderung auch noch mal überdenken, weil das sich ja irgendwie gegenseitig bedingt.
Aber was das jetzt genau heißt, da fällt mir gerade auch nichts zu ein.

Anna48

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Samstag, 7. Januar 2012, 07:52

auch ich habe mich mit dem Thema ja intensiv auseinandergesetzt, mir hat mal jemand gesagt, dass sich dieses Gebot auf das Alter der Eltern bezieht, also wenn sie alt sind, dass man sich dann um sie kümmert. Ich könnte jetzt sehr viel dazu schreiben und es würde mir sehr weh tun,deshalb verzichte ich. Es geht wohl wirklich darum, dass man dafür sorgt, wenn sie es nicht mehr selbst können, dass sie versorgt sind.
Wertschätzung usw. wäre ja auch schön, aber wenns halt nicht geht. Vielleicht, dass die Eltern uns nicht egal sind, wenn sie in Not sind.. und dann kommt es eben auch darauf an, zu welchen Konditionen, wie benehmen sie sich uns gegenüber,
vielleicht geht es auch darum, dass man sich nicht verschließt wenn sie Hilfe brauchen und selbst nicht mehr für sich sorgen können... und wenn man nicht kann, dann denke ich ist Gott auch barmherzig, wenn wir es ihm hin legen..
Ich denke, dass das Kriterium auch der klare Verstand ist, wenn die Eltern nicht dement sind, dann kann ehren vielleicht auch sein, dass wir sie machen lassen,was sie wollen. Wenn sie dement sind, dann ist es nochmal was anderes, denke ich..dann sollte man sich bemühen für Versorgung zu sorgen, die man ja auch nicht selbst bringen muss..
soviele Gedanken, ich könnte grad Romane schreiben.. jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, dass Gott auch sieht, wenn wir wollen würden, aber nicht können wegen dem was alles war. und ich bin auch überzeugt, dass sich GEdanken machen schon wollen ist....

Mauli, ich hab jetzt gerade nochmal Deinen Beitrag gelesen: Vater und Mutter zu sehen wie sie wirklich sind, heisst vielleicht auch zu sehen, wie sie geworden sind,was sie sind, wie sie zu diesen Monstern geworden sind, die uns das angetan haben. Wenn schon verzeihen nicht möglich scheint, vielleicht reicht dann es einfach nur zu sehen und zu akzeptieren...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anna48« (7. Januar 2012, 07:57)


Maulwurf

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Samstag, 7. Januar 2012, 10:56

Zitat

Vater und Mutter zu sehen wie sie wirklich sind, heisst vielleicht auch
zu sehen, wie sie geworden sind,was sie sind, wie sie zu diesen
Monstern geworden sind, die uns das angetan haben.
Das gehört für mich allerdings auch schon in einen sehr weit vortgeschrittenen Prozess hinen. Ich für meinen Teil darf zumindest nicht zu oft und zu lange darüber nachdenken. Denn sonst ist das wie eine Entschuldigung für das Verhalten und damit geht mir selber irgendwie das Recht flöten. Aber wenn man das kann, ohne das es einem dem Boden wegzieht, dann ist das sicher auch ein Punkt der da reingehören kann. *denk*
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Sonntag, 8. Januar 2012, 01:03

Ich würde von der ursprünglichen hebräischen Übersetzung dran gehen.
Danach bedeutet "ehren": jemandem Gewicht geben, ihn nicht unterschätzen, ihn respektieren

Ursprünglich sollte das 4. Gebot nicht bedeuten, dass Kinder unumgänglich gehorsam zu sein haben. Es war also nicht als Anweisung für Kinder zu verstehen, sondern es war eher an Erwachsene gerichtet: Lasst eure *ltern nicht in Not geraten.
Wenn man an früher zurück denkt, sorgten zunächst die *ltern für die nicht selbstständigen Kinder. Waren die Kinder erwachsen und die *ltern alt und hilfsbedürftig geworden, war es dann andersherum. Quasi die Kinder als Altersvorsorge/ Rentenvorsorge der *ltern.

Auch Jesus war nicht immer gehorsam und auch er hatte öfters Konflikte mit seiner M*tt*r. Er gehorchte nicht, um seine Berufung erfüllen zu können. Und trotzdem ehrte er sie (= sorgte für sie), als er, als er am Kreuze hing, zu ihr sagte, dass der Jünger neben ihr, nun ihr Sohn sei und für sie sorgen solle. und zu ihm (Johannes) sagte er, sie sei nun seine M*tt*r.

So nun das Ganze ins heute:
Ich verstehe darunter: Geben
Zeit geben, Unterstützung geben, Dank geben
ABER: auch Vergebung geben!

Wie soll man nun *ltern ehren, die die Ehre nicht verdient haben? wegen M*ssh*ndl*ng uswetc...
Wenn man das 4. Gebot liest, steht da nicht: Du sollst nur gute, liebevolle *ltern ehren.
Nein, es steht dort: Du sollst, die *ltern ehren, die du hast/hattest, ihnen Bedeutung und Anerkennung beimessen.

Wenn man nun zu scheitern droht, weil man nicht vergeben kann - aus welchen Gründen auch immer- sollte man das Ehren ersteinmal hinten an stellen und sich Hilfe holen, um Vergeben zu können.
Aud das Thema Vergebung mag ich jetzt (und zu dieser Zeit) nicht weiter drauf eingehen...nur ein Tipp:
Das Buch: Vergebung als Chance (von Robert D. Enright) hat mir dabei wahnsinnig geholfen.

In dem Falle finde ich, wenn ich ihnen Vergebung gebe, habe ich sie geehrt. Wenn ich ihnen Gedanken gebe, ebenso. Es steht dort schließlich nicht, dass ich Arm in Arm Friede Freude Eierkuchen mit ihnen singend frohlockend um den Tisch tanzen soll...

LG, trivi

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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:02

Ich selber sehe es so, dass ich nicht vergeben muss, wenns nicht geht.
No way sozusagen.
Und Gott sieht das - hoffe ich zumindest.
Alles, was ich noch vom Glauben übrig habe, setze ich darauf, dass wenns Gott gibt, gerecht ist und jeden einzelnen und jedes einzelne Schicksal und Geschichte bestens kennt und in die Herzen kukkt.

Also, wir können da eher nicht so mit, trivi.
Hoffe das macht nix.
Ute


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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:34

Geht mir genauso, Ute.
Ich denk auch, dass das Thema Vergebung in einer Aufarbeitung in christlichen Kreisen absolut überbewertet wird und schon oft großen Schaden angerichtet hat.
Ihr glaubt ja nicht, was ich schon alles vergeben habe ;) , aber man hätte dazu auch Schlucken sagen können, Wegschauen, Gefühlen ausweichen usw. Es hat mir geschadet. Deshalb reagiere ich bei dem Thema immer etwas allergisch.

LG
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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:39

Vielleicht machen wir mal einen anderen Thread rein zum Thema Vergebung auf. Denke das lohnt sich allemal, da gesondert hin zu gucken und zu differenzieren, was Vergebung meint, will, bedeutet. :)
Mitten im Winter habe ich schließlich gelernt, daß es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.
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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:42

" ehre wem ehre gebührt"

meinen eltern gebührt keine ehre..

ich versuche mal meine gedanken zusammenzufassen.. meinen eltern gebührt nicht mal der name eltern.. also rein biologisch schon.. aber das war es dann auch schon..

also wieso sollte ich menschen ehren .. die mich behandelt oder eben nicht als menschen behandelt haben..

wenn gott liebevoll ist und irgendwie etwas weiss von mir und meinem leben.. dann erwartet er nicht etwas von mir was ich nicht in der lage bin zu leisten.. wieso sollte er dann übermenschliches von mir erwarten?? wieso soll ich auch weiterhin dinge tun, leisten, vollbringen, die zu groß sind..

ich bin nicht jesus..

ich versuche mir menschlich zu begegnen.. ich versuche meinen mitmenschen menschlich zu begegnen.. ich suche das gut in ihnen, aber ehrlich ich finde nichts bei meinen eltern..

der begriff mutter.. ist für mich ein name.. mit wünschen belegt.. aber nicht gefüllt.. warum auch immer und auch ich will nicht suchen warum das so ist bei ihr.. weil es mir mein recht nimmt mich abzugrenzen ... die sehnsucht bezieht sich nicht auf sie als person, sondern eher auf den wahren wirklichen inhalt des wortes mutter..

wozu ein vater da ist.. also außer zur zeugung.. was er tun sollte, wie ein guter vater sein sollte..ich habe keine ahnung .. ehrlich.. ich habe null ahnung.. und aus welchem grund sollte ich sie ehren??

es gibt keinen.. weil sie mich gezeugt haben?? meistens wünschte ich sie hätten es nicht getan..

vergebung?? keine ahnung.. unter menschen, da glaube ich an vergebung.. aber sie sind mir nicht menschlich begegnet... meine mutter nicht bereit verantwortung in irgendeiner weise zu übernehmen.. sie hat mir nichts mitgegeben auf meinem weg.. außer dem gefühl ich bin verlassen..

ich will hinschauen was war.. lügen erkennen und finden was gut und richtig ist.. verantortung übernehmen die mir gehört.. das leben unabhängig führen.. leben suchen und finden..

aber ehren???

.. und wenn gott das nicht weiss .. warum ich so bin, wie ich bin.. wenn er nicht sieht wie ich kämpfe an jedem tag.. und dann mir so einen brocken hinhält der für mich nicht denkbar geschweige denn umsetzbar ist.. damit es mir gut geht und ich lange lebe.. dann weiss ich auch nicht..

mit dem wort leben kann ich erst seit kurzem überhaupt etwas anfangen..

gott ist für mich aber lebensfreundlich.. und er hat uns als menschen geschaffen.. ich möchte mensch sein und nicht das man weiterhin unmenschliches von mir erwartet und verlangt und das an bedingungen knüpft.

liebe grüße snoopy

edit:

habe aus gott ist aber lebensfreundlich .. ein gott ist aber für mich lebensfreundlich gemacht :)

Ute

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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:51

Ich stolpere nur über einen Satz...Gott ist lebensfreundlich....
Aua, da tut was weh.
Seh ich grad nicht so - alles, was ich jetzt bin, kann ich sein weil ich unendlich viel Kraft drauf gewendet habe, nicht im Sumpf zu sein.
Gott hat da grad mal nicht hingeschaut, oder?

Naja, ansonsten finde ich gut, was du geschrieben hast, snoopy. Und ich sehe auch das ähnlich wie selma, Vergeben wird oft so hoch gehoben im frommen Kontext.

Hm. Ute


trivi

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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:53

Vielleicht machen wir mal einen anderen Thread rein zum Thema Vergebung auf. Denke das lohnt sich allemal, da gesondert hin zu gucken und zu differenzieren, was Vergebung meint, will, bedeutet. :)
find ich gut, die Idee. und interessant, was ihr/ andere darunter verstehen.

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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:55

mit gott ist lebensfreundlich, meine ich.. das ich an keinen liebenden.. oder allmächtigen.. oder was auch immer gott glauben kann..

aber an das leben.. da lerne ich daran zu glauben.. das ist das was ich will.. das schafft möglichkeiten, das leben zu dem ich gehören will.. wo es entwicklung gibt, wo ich drin angenommen bin.. und nun ja.. an sowas kann ich glauben und ich glaube.. das gott das wahrscheinlich auch will.. und so ist das gemeint

:)

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Sonntag, 8. Januar 2012, 15:57

@ Ute
ich seh es eher wie Snoopy.

Gott würfelt nicht. Nichts was passiert, passiert ohne Grund.
und irgendwann....irgendwann..erkennt man, wieso etwas so sein musste, wie es war, wieso man manches erleben musste, wieso einem manches angetan wurde..irgendwann..
Ich hab es oft erlebt. Und oftmals im Nachhinein nun schon sagen müssen...JA, auch wenn es wirklich richtig richtig mies war, irgendwie war es doch gut, weil es mich geprägt hat. Weil ich sonst nicht da wär, wo ich jetzt wär.

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Sonntag, 8. Januar 2012, 16:53

Okay. Kein Problem.

Ute


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Sonntag, 8. Januar 2012, 17:03

Gott würfelt nicht. Nichts was passiert, passiert ohne Grund.

und irgendwann....irgendwann..erkennt man, wieso etwas so sein musste, wie es war, wieso man manches erleben musste, wieso einem manches angetan wurde..irgendwann..

Ich hab es oft erlebt. Und oftmals im Nachhinein nun schon sagen müssen...JA, auch wenn es wirklich richtig richtig mies war, irgendwie war es doch gut, weil es mich geprägt hat. Weil ich sonst nicht da wär, wo ich jetzt wär.
huhu trivi,

ich kann das geschehene nicht mit gott in verbindung bringen.. darin gibt es nichts gutes zu sehen.. und ich will auch nichts verstehen.. da hat mich nichts positiv geprägt. leid ist für mich leid und da kann man nichts schönreden..

aber ich brauche was gutes im heute, etwas wo ich sein kann, an was ich glauben kann.. ob man es nun leben oder gott nennt.. aber das was war.. war nur schlecht.. darin gab es nichts gutes.. gar nichts..

ich mach mal ein neues thema "vergebung" auf

hier geht es sich ja um "ehre vater und mutter.. "..


liebe grüße snoopy

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Sonntag, 8. Januar 2012, 17:26

Und oftmals im Nachhinein nun schon sagen müssen...JA, auch wenn es wirklich richtig richtig mies war, irgendwie war es doch gut, weil es mich geprägt hat. Weil ich sonst nicht da wär, wo ich jetzt wär.
Meine Zeit, das wird mir wohl eher nicht passieren. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, dass ich etwas wirklich richtig schlimm finden darf, etwas , das falsch und gemein und unentschuldbar ist...

Jo, aber is wohl hier die falsche Stelle.

Denk da aber sowieso ziemlich krass....
weil, gebranntes Kind scheuts Feuer.
Ute


strubbel

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Sonntag, 8. Januar 2012, 19:36

Zitat

Zitat von »trivi«
Und oftmals im Nachhinein nun schon sagen müssen...JA, auch wenn es wirklich richtig richtig mies war, irgendwie war es doch gut, weil es mich geprägt hat. Weil ich sonst nicht da wär, wo ich jetzt wär.

Zitat

Zitat von »Ute«
Meine Zeit, das wird mir wohl eher nicht passieren. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, dass ich etwas wirklich richtig schlimm finden darf, etwas , das falsch und gemein und unentschuldbar ist...


Also ich finde nicht, dass das im Gegensatz zueinander steht. Was passiert ist kann ich ja trotz allem immer noch schlimm finden und muss es nicht im Nachhinein entschuldigen oder gar gutheißen. Aber trotzdem versuchen,
etwas "Positives" für mich draus zu ziehen, nämlich die Tatsache, dass ich dadurch wurde wie ich bin, heißt auch ein Stückweit sich selbst anzunehmen - finde ich. Abzuschließen mit dem was war und versuchen mit den Folgen zu leben - selbst- und nicht mehr fremdbestimmt.
Durch das was war, bin ich vielleicht wesentlich empfindsamer geworden, kann besser zuhören, achte auf mein Gegenüber, bin sensibel genug, auch kleinste Änderungen zu erspüren und Menschen, die ähnliches durchgemacht haben, oder noch durchmachen, dadurch zu helfen.
Ich denke, dass wir alle hier gerade auf Grund des Erlebten, ganz viele positive Eigenschaften entwickelt haben, die ich "draußen" nur zu oft vermisse und hier umso mehr schätzen gelernt habe.

Aber das ist jetzt ziemlich weit weg vom eigentlichen Thema... fiel mir nur spontan zu den letzten Beiträgen ein ...

LG
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